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  MAUSPFAD (Dünnwalder Mauspfad)


Der MAUSPFAD ist etwas Außergewöhnliches. Dabei ist er duchaus nicht der Broadway von Dünnwald, sondern bescheiden, unauffällig, mehrmals von "wichtigeren" Straßen gestört, bis er schließlich aufsteckt und mit einem Resignations-Schlenker in der Bundesstraße 51 aufgeht. Dabei ist die viel jünger, mindesten 400 Jahre jünger.
Bereits damals vor 2000 Jahren war der Mauspfad schon sehr alt. Bei Troisdorf ist er aus dem wüsten Waldgebirge südlich der Sieg hinabgestiegen, um das Linder Bruch herum hat er das Rheintal erreicht, ist immer am Rande der Mittelterrasse entlang hochwasserfrei auf dem meist recht steilen Hang zwischen den Sanden des höhergelegenen Waldes und der fruchtbaren Ebene über Spich, Wahn, Grengel, Leidenhausen und Rath nach Brück gelangt und musste schließlich auf einer Brücke aus Knüppeln die sumpfige, weite Delle des Strunder Baches überqueren, um nicht zu weit auszuweichen; nachdem er den schmal eingeschnittenen Mutzbach überschritten hat, ist er zu uns nach Dünnwald gekommen und hat endlich über Opladen, Reusrath, Imigrath, Richrath und Hilden Gerresheim erreicht (all diese Orte gab es damal natürlich nocht nicht) und damit Anschluss an andere Handelsstraßen bekommen. Er war eine der wichtigsten Helfer im Güterausstausch zwischen den Mittelmeerländer und dem Nordseeraum, und er trägt seinen Namen schon zu recht, denn "Maus" ist hier ein mißverstandenes "Maut" (Handel/Zoll).
Dieser ehrwürdige Weg ist nun, im 1. Jahrhundert nach Christi Geburt, überflüssig geworden, weil die Römer auf der anderen Rheinseite ihre vorzüglichen, sicheren, kürzeren und glatteren Straßen gebaut haben. Damit der Umweg von Köln über Ruhrort nach Dortmund gesparrt wird, entsteht nun ein neuer Verbindungsweg von der Colonia Claudio Ara Agrippinensis nach dem Hellweg (uralte Salzstraße) und trifft ihn im heutigen Dortmund. Von Schlebusch an nordostwärts bis Dortmund benutzt die heutige Bundesstraße 51 fast dauernd die Strecke dieser alten Hansdelsverbindung.
Im späten Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit wurde der Mauspfad wieder häufiger befahren, um den vielen lästigen Rheinzöllen auszuweichen; 1490 trafen in Siegburg 100 Wagenladungen Wein ein und wurden auf dem Mauspfad weiterbefördert, um Stapelrecht und Zoll zu umgehen. Später fuhren die Pulverwagen oft über den Mauspfad, um die lebhafter benutzte Berliner Straße zu vermeiden; die Wagen mußten nachts außerhalb des Ortes abgestellt werden, und die jungen Männer des Dorfes verdienten sich ab und zu ein paar Geldstücke, indem sie dann am Kratzenberg (heute Katzenberg) die gefärhlichen Wagen bewachten; die Gegend hieß noch lange "Am Polverwage".

 

   
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Letzte Aktualisierung: Freitag, 10. September 2010

 

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