Die große Mehrheit der Wissenschaftler warnt davor, dass uns nur noch ca. 10 Jahre bleiben, um eine weltweite Klimakatastrophe abzuwenden. Bei einer globalen Erwärmung um 2 Grad wäre der Klimawandel nicht mehr zu stoppen, und die Lebensgrundlagen von Mensch und Tier wären in höchstem Masse bedroht. Rasches und konkretes Handeln ist daher erforderlich.
Während es im 20. Jahrhundert durchschnittlich 0,6 Grad wärmer wurde, ist die Temperatur in der Arktis um satte 5 Grad in die Höhe geschnellt. Direkte Folge davon ist, dass der grönländische Eispanzer zu tauen beginnt und das Meereis am Nordpol verschwindet.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Meteorologie befürchten, dass bis Ende des Jahrhunderts mit einem vollständigen Abschmelzen des Meereises der Arktiszu rechnen ist.
Der Eispanzer der Arktis kühlt mit seiner enormen Fläche den Planeten. Zudem wird ein Grossteil der Sonnenenergie durch das helle Eis in den Weltraum zurückgestrahlt. Verringert sich diese Fläche, kommt es zu einer zusätzlichen Erwärmung.
Bei einem Abschmelzen des gesamten Grönlandeises würde der Meeresspiegel im Laufe der Jahrzehnte weltweit um bis zu sieben Meter steigen. Städte wie Hamburg, Los Angeles, London, New York, Buenos Aires, Shanghai ließen sich selbst mit aufwändigem Küstenschutz vor solchen Fluten nicht retten. Zahlreiche Inselstaaten und große Teile von Bangladesch mit seinen dann 200 Millionen Einwohnern wären unbewohnbar.
Besorgniserregend ist auch, dass der Golfstrom aufgrund des Schmelzwassers und des damit verbundenen sinkenden Salzgehaltes des Meerwassers abreißen oder sich zumindest schwächen kann. Ohne die warme Meeresströmung, die tropische Fluten aus der Karibik bis hoch nach Norwegen transportiert, herrschte in West- und Nordeuropa, aber auch an der amerikanischen Ostküste ein völlig anderes Klima: nämlich wie im Norden Kanadas oder in Sibirien. Tatsächlich ist der Salzgehalt in der Region schon gesunken, belegen Messungen. Der kleinere Labrador-Strom, der zwischen dem kanadischen Festland und Grönland in die Tiefe fällt, könnte bereits 2020 stocken, prognostizieren Wissenschaftler des Hadley Centre.
Schon ein moderater Anstieg der Temperaturen bis zu zwei Grad – wie er als beinahe unvermeidlich gilt – dürfte eine solche Häufung extremer Klimaphänomene wie Stürme, Hitzewellen und Dürren oder Starkregen hervorrufen.
Seit 1750
Seit Beginn der industriellen Revolution ist die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre um 31 Prozent gestiegen; seit 1860 hat sich die mittlere Jahrestemperatur um 0,3 bis 0,6 Grad Celsius erhöht: seit 1974 verzeichnen Meteorologen die heißesten Jahre seit fünf Jahrhunderten.
Seit 1988
Der Klimawandel wird erstmals in der UN-Generalversammlung erwähnt.
Juni 1992
Beim Erdgipfel in Rio vereinbaren 178 Staaten die Agenda 21 sowie Konventionen zum
Klima- und Artenschutz. Die Industriestaaten versprechen, ihre C02-Emissionen bis zum Jahr 2000 auf den Stand von 1990 zurückzuführen. Deutschland erklärte bereits zwei Jahre zuvor, die C02-Emissionen bis 2005 um 25 Prozent gegenüber 1987 zu reduzieren, wird sich aber im März 200 nicht mehr daran halten wollen.
Dez 1997
Mit dem Kyoto-Protokoll verpflichten sich 160 Industriestaaten, bis 2012 die Treibhausgas-Emissionen um 5,2 Prozent gegenüber 1990 zu senken.
Dez 1998
Den volkswirtschaftlichen Schaden von Naturkatastrophen im Jahr 1998 (darunter der Hurrikan "Mitch" in Mittelamerika) beziffert die Münchner Rück auf 76 Milliarden Euro. Seit 1960 verdreifachte sich die Häufigkeit großer Naturkatastrophen, die Schäden stiegen aufs Neunfache. 1998 war das heißeste Jahr seit Beginn der Messungen.
März 2001
Der 3. Bericht des UN-Klimagremiums IPCC macht den menschlichen Einfluss für die Erderwärmung verantwortlich und prognostiziert: Die Erde erwärmt sich im nächsten Jahrhundert um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius, der Meeresspiegel steigt bis 2100 um 9 bis 88 Zentimeter an, sommerliche Dürren und Überschwemmungen nehmen zu. Zeitgleich verkündet der neu gewählte US-Präsident Bush, dass er das Kyoto-Protokoll nicht ratifizieren werde.
August 2002
Das Elbehochwasser zeigt, dass der Klimawandel auch in Deutschland spürbar wird. Die schlimmsten Folgen werden aber für Afrika und Asien erwartet.
Februar 2004
Rasche Klimaveränderungen können die Welt an den Rand der Anarchie bringen.“ Die von der Bush-Regierung geheim gehaltene Studie des US-Verteidigungsministeriums sieht im Treibhauseffekt größere Gefahren für Frieden und Stabilität als im Terrorismus.
März 2004
Auf Druck der Energiekonzerne verwässert Deutschland seine Klimaschutz-Ambitionen: Bis 2012 muss die Industrie und Energiewirtschaft die Kohlendioxidemissionen nicht um 25 Millionen, sondern nur um zehn auf 495 Millionen Tonnen drosseln.
Die Klimakatastrophe darf nicht länger als wissenschaftliche Debatte betrachtet werden, sondern muss als Bedrohung allen Lebens angesehen werden. Auch die nationale Sicherheit wird zunehmenden Bedrohungen ausgesetzt sein. Kämpfe um Wasser, Nahrungsmittel und Rohstoffe könnten die Welt an den Rand der Anarchie oder gar des Atomkrieges bringen. Chaos und Konflikte werden vorherrschende Merkmale des Alltags sein.
Wenn die Menschheit in den nächsten 10 Jahren nicht in der Lage ist, die vielen erkannten Klima schädigenden Ursachen zu beseitigen, dann wird es zu dem unter Wissenschaftlern gefürchtete "Runaway"-Effekt kommen. Soll heißen, dass es ein Punkt geben wird, an dem sich die Erderwärmung durch Rückkopplungen extrem beschleunigt. So taut bei steigenden Temperaturen der Permafrostboden in Sibirien und Kanada auf und es werden große Mengen des potenten Treibhausgases Methan frei. Außerdem, wenn Eisflächen schmelzen, wird weniger Wärme ins Weltall reflektiert, der Erdboden wärmt sich weiter auf. In der Atmosphäre reichert sich immer mehr Wasserdampf an, das wirksamste natürliche Treibhausgas. Und so weiter.